Lösch beendet einzigartige Karriere am Tag des Sports

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Schlusspunkt auf der TdS-Bühne: Paralympics-Aushängeschild Claudia Lösch stellt den Monoski ins Eck.

Die Grande Dame des Skisports tritt ab! Claudia Lösch verkündet am Tag des Sports im Wiener Prater das Ende ihrer einzigartigen Karriere.

Es war die große Überraschung am Tag des Sports im Wiener Prater. Samstag, kurz vor 16 Uhr. Claudia Lösch verkündete auf der Hauptbühne ihren Rücktritt vom Leistungssport. „Ich habe lange mit mir gerungen, aber ich werde die kommende Saison nicht mehr in Angriff nehmen“, sagte das Alpin-Aushängeschild nach der Ehrung für ihre Leistungen der letzten Saison.

In Pyeongchang fuhr die 29-Jährige zwei Mal aufs Stockerl, holte Silber im Super-G und Bronze im Riesentorlauf – es waren ihre Medaillen 8 und 9 bei Paralympischen Winterspielen, die Lösch seit Turin 2006 gewinnen konnte.

Schon nach der Rückkehr aus Südkorea war für die in Innsbruck lebende Niederösterreicherin klar, dass es ihre letzten Winterspiele waren. „Für mich steht fest, dass ich mich, auch geprägt von den Sotschi-Erfahrungen, nicht mehr für ein derartig fragwürdiges Projekt zur Verfügung stellen werde“, konnte sich Lösch mit Peking als Austragungsort nicht identifizieren.

Dass nun schon jetzt Schluss ist, hat aber auch mit der kommenden Saison zu tun. „Bis jetzt gibt es noch keinen brauchbaren Rennkalender und die Weltmeisterschaft ist auch nicht bestätigt. Dazu kommen ungeklärte Finanzierungsfragen und die langwierige Prozedur zur Nachbesetzung der nach den Paralympics ausgeschiedenen Betreuer.“

All das hat der sechsfachen „Behindertensportlerin des Jahres“ die Motivation geraubt, „mich noch einmal so richtig zu engagieren und sämtliche Energiereserven zu investieren.“ Denn eines weiß Claudia Lösch nur zu gut: „Ohne vollen Einsatz macht Spitzensport keinen Sinn.“

Kein Abschied ohne Dankeschön. „Ich blicke auf 16 großartige Jahre zurück, mit Menschen, die mir sehr ans Herz gewachsen sind und die mich zu unglaublichen Erfolgen begleitet haben. Deshalb möchte ich auch aus vollem Herzen Danke sagen: Allen Trainerinnen und Trainern, Betreuerinnen und Betreuern, Teamkolleginnen und –kollegen, Funktionären, Sponsoren, Austrüstern, meiner Familie, meinen Freunden und vor allem meinen Fans. Ich bin allen sehr dankbar und werde oft und gerne an die gemeinsame Zeit zurückdenken.“

Wie es nach dem Leistungssport weitergeht? Lösch bleibt dem Sport erhalten. Anfang September hat sie ein sechsmonatiges Praktikum in der Olympiaworld Innsbruck begonnen. Ihren ersten Einsatz hatte sie bei der Kletter-WM.

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