Solch lange Schlangen kennt der Wiener Prater sonst wohl nur von Fußball-Länderspielen. Doch an diesem Septembertag war nicht das runde Leder der Grund für den riesigen Andrang. Tausende Sportbegeisterte nahmen voller Vorfreude minutenlange Wartezeiten in Kauf, um für wenige Augenblicke ihren Idolen ganz nahe zu kommen. Die Olympiasieger:innen Marcel Hirscher, Anna Gasser und Matthias Mayer „belohnten“ die Fans mit Autogrammen, Fotowünschen und einzigartigen Gesprächen.
Dazu gesellten sich die Beachvolleyball-Vizeweltmeister Clemens Doppler und Alexander Horst sowie auch Jessica Pilz, die erst kurz zuvor zur Kletter-Weltmeisterin gekürt worden war. Österreichs Sportelite war an diesem Tag nicht nur auf den Bühnen zu sehen, sondern mittendrin im Geschehen.
Für Hirscher war der Tag des Sports längst ein Fixpunkt. 2018 war er bereits zum zehnten Mal dabei. Und der Salzburger wusste, warum sich der Weg aus den Bergen in die Hauptstadt jedes Mal aufs Neue lohnte. „Es ist schon gut und wichtig, dass wir Skifahrer nach Wien kommen und nicht immer nur in den Bergen herumhängen“, meinte er.
Riesige Sport-Spielwiese
Zum dritten Mal war der Wiener Prater Schauplatz des Tag des Sports und verwandelte sich in eine riesige Sport-Spielwiese. 122 Sportverbände präsentierten sich, mehr als 100 Stationen machten die Vielfalt des heimischen Sports unmittelbar erlebbar. Auch Hirscher gefiel dieser Gedanke: „Hier können sich viele umschauen und sehen Sportarten, für die sie sich entscheiden können.“
2018 reichte die Strahlkraft der Veranstaltung zudem weit über Österreich hinaus. Im Rahmen der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft wurde beim Tag des Sports die Europäische Woche des Sports feierlich eröffnet. Wien wurde damit zum Ausgangspunkt der #BeActive-Initiative, an der sich damals bereits mehr als 30 europäische Länder beteiligten.
Was von diesem Tag besonders in Erinnerung blieb, ließ sich jedoch kaum in Zahlen ausdrücken. Es waren die Bilder eines vollen Praters, die Begegnungen zwischen Fans und ihren Idolen und jene schier endlose Schlange vor den Olympia-Held:innen.