Heldenplatz(t) aus allen Nähten

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Ein Vierteljahrhundert Tag des Sports – und der Wiener Heldenplatz platzte aus allen Nähten: 250.000 Besucher:innen strömten am Samstag zur Jubiläumsausgabe und verwandelten das Areal zwischen Hofburg und Heldentor acht Stunden lang in eine riesige Sportarena. Strahlender Sonnenschein und angenehme Temperaturen um die 22 Grad sorgten für optimale Bedingungen.

Dementsprechend herrschte von den ersten Minuten am Vormittag bis zum Veranstaltungsende um 18 Uhr an den Stationen reger Betrieb. Kinder, Jugendliche und Erwachsene probierten bekannte und neue Sportarten aus, trafen ihre Idole und wurden selbst aktiv.

Sport-Staatssekretärin Michaela Schmidt zog nach dem Jubiläumstag eine positive Bilanz. „250.000 Besucherinnen und Besucher sind ein großartiges Geburtstagsgeschenk für den Tag des Sports. Noch wichtiger ist aber das Bild, das der Heldenplatz heute abgegeben hat: Kinder, Familien, Sportfans, Vereine, Verbände und unsere erfolgreichsten Athletinnen und Athleten gemeinsam in Bewegung. Genau dafür steht der Tag des Sports seit 25 Jahren – Sport sichtbar, zugänglich und unmittelbar erlebbar zu machen“, so Schmidt.

Über 300 Held:innen vor dem Heldentor

Einen besonderen Rahmen erhielten zum Jubiläum die Ehrungen der erfolgreichsten österreichischen Sportler:innen. Erstmals fanden diese nicht mehr im bisherigen „Hall of Fame“-Zelt, sondern auf einer eigenen, größeren Ehrungsbühne unter freiem Himmel statt – passenderweise direkt vor dem Heldentor. Das offizielle Programm sah dort über mehrere Stunden die Ehrung der erfolgreichsten Sportler:innen 2025/26 vor.

Eröffnet wurde die Ehrungsbühne am Vormittag von Sektionschef Marcel Chahrour, der seinen ersten Tag des Sports in seiner neuen Funktion absolvierte. Rund 300 Athlet:innen aus etwa 30 Verbänden wurden im Laufe des Tages ausgezeichnet. Moderator Andy Marek führte dabei bereits zum 25. Mal durch den Ehrungsmarathon.

Anstelle klassischer Pokale stand jede Ehrungsurkunde auch für einen gepflanzten Baum: Gemeinsam mit der Naturinitiative Baumbuddy wächst der Sportler:innen-Wald in Oberösterreich damit weiter. Mehr als 3.000 Bäume wurden dort bereits im Namen sportlicher Erfolge gepflanzt.

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Dimension beeindruckte Jungstar

Auch auf der Hauptbühne standen Österreichs Sportstars im Mittelpunkt. Ski-Ass Katharina Huber genoss vor allem den direkten Kontakt mit dem Publikum: „Der Tag des Sports ist etwas Besonderes, weil hier wirklich alle zusammenkommen. Man trifft andere Athletinnen und Athleten, aber vor allem unglaublich viele Menschen, die Sport lieben. Diese Nähe zu den Fans bekommt man sonst nur selten.“

Skisprung-Jungstar Stephan Embacher zeigte sich von der Dimension des Events beeindruckt: „Wenn man über den Heldenplatz geht und sieht, wie viele Kinder verschiedenste Sportarten ausprobieren, ist das richtig cool. Vielleicht entdeckt heute jemand genau hier seine Sportart. Ich kann mich selbst noch gut daran erinnern, wie wichtig solche Erlebnisse als Kind sind.“

Para-Schwimmer Andreas Ernhofer betonte die Vielfalt des Tages: „Hier steht nicht eine einzelne Sportart im Mittelpunkt, sondern der Sport als Ganzes. Ob mit oder ohne Behinderung, ob Spitzensport oder erster Versuch an einer Mitmachstation – diese Selbstverständlichkeit macht den Tag des Sports für mich aus.“

Ehrenamtspreis zum vierten Mal vergeben

Aber nicht nur sportliche Höchstleistungen wurden vor den Vorhang geholt. Zum vierten Mal zeichnete das Sportministerium im Rahmen des Tag des Sports besonders engagierte Menschen mit dem Ehrenamtspreis 2026 aus. Der mit insgesamt 50.000 Euro dotierte Preis wurde in sieben Kategorien vergeben; zusätzlich wurde eine Persönlichkeit für ihr Lebenswerk geehrt.

„Der Tag des Sports zeigt eindrucksvoll, was Österreichs Sport ausmacht. Dazu gehören unsere erfolgreichen Athletinnen und Athleten ebenso wie all jene Menschen, die in Vereinen Woche für Woche ihre Zeit und Energie investieren. Dieses Engagement sichtbar zu machen und Danke zu sagen, gehört für mich ganz selbstverständlich zu diesem Tag“, sagte Schmidt.

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25.000 Liegestütze für 25 Jahre

Passend zum Jubiläum stellte sich der Heldenplatz auch einer besonderen sportlichen Herausforderung: Unter der Patronanz von Calisthenics-Weltrekordhalter Daniel Krobath galt es, gemeinsam 25.000 Liegestütze für 25 Jahre Tag des Sports zu sammeln. Besucher:innen konnten den gesamten Tag über ihren Beitrag zur Challenge leisten. Die Aktion knüpfte an Krobaths Auftritt 2024 an, als er beim Tag des Sports mit 2.403 Liegestützen innerhalb einer Stunde einen Guinness-Weltrekord aufgestellt hatte.

Bewegung stand auch beim großen Open-Air-Turnsaal der Täglichen Bewegungseinheit im Zentrum. Bewegungs-Coaches zeigten dort, wie vielseitig Sport und Bewegung in Schulen und Kindergärten vermittelt werden können. Der mobile Turnsaal war eines der besonderen Jubiläumselemente der 25. Ausgabe.

Rangnick sorgt für Fanandrang

Für eines der größten Gedränge des Tages sorgte der Besuch von ÖFB-Teamchef Ralf Rangnick. Zuerst setzte sich der Deutsche auf der Hauptbühne für die Tägliche Bewegungseinheit ein, danach versammelten sich hunderte Fans bei der ÖFB-Pagode, um Autogramme und gemeinsame Fotos zu bekommen. Viele nutzten die Gelegenheit, Rangnick zur WM-Teilnahme und zum erfolgreichen Start in die neue Nations-League-Saison zu gratulieren. Österreich hatte zwei Tage zuvor das Auftaktspiel gegen Israel mit 3:1 gewonnen.

„Wir wissen ja schon länger, dass sich unsere Kinder zu wenig bewegen und zu wenig Anreize haben, sich zu bewegen. Das muss sich ändern. Aber es passiert zu wenig. Darum finde ich es wichtig, dass man in Österreich mit der Täglichen Bewegungseinheit einen Schritt in die richtige Richtung geht. Sport in der Schule darf kein lästiges Nebenfach, sondern muss ein Hauptfach sein. Auch Veranstaltungen wie der Tag des Sports sind ein wichtiger Baustein für eine bewegte Nation. Deshalb bin ich heute gerne hierhergekommen“, erklärte der Teamchef.

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Formel-1-Auto sorgt für Aufsehen

Für ebenfalls viel Andrang sorgte auch der Allwyn-Stand, der mitten auf dem Heldenplatz echtes Formel-1-Flair aufkommen ließ. Ein aktuelles McLaren-Showcar wurde zum beliebten Foto-Motiv, während die Besucher:innen an der Buzzer Wall ihre Reaktionsschnelligkeit testen und bei der Pit Stop Challenge selbst Hand anlegen konnten. Beim direkten Duell galt es, einen Reifenwechsel möglichst schnell zu absolvieren – Boxenstopp statt Zuschauen.

Ein moderiertes Formel-1-Quiz ergänzte das Motorsportprogramm. Beim großen Hauptpreis des TDS-Gewinnspiels freute sich der Gewinner über ein Racing-Wochenende 2027 in Spielberg. Der Mix aus Showcar und Mitmach-Erlebnis machte den Stand zu einem der auffälligsten Anziehungspunkte abseits der klassischen Sportstationen.

Eine Premiere gab es auch abseits der Mitmachflächen: Im erstmals eingerichteten Sportmuseum konnten die Besucher:innen auf eine Zeitreise durch 25 Jahre österreichische Sportgeschichte gehen. Medaillen, historische Sportgeräte, Pokale und weitere Erinnerungsstücke erzählten Geschichten aus einem Vierteljahrhundert Spitzensport.

Passend dazu waren zahlreiche Persönlichkeiten zu Gast, die den österreichischen Sport in dieser Zeit geprägt haben. Mit den Ski-Legenden Michaela Dorfmeister und Alexandra Meissnitzer, Schwimm-Ass Mirna Jukić-Berger und Tennis-Größe Jürgen Melzer trafen im Sportmuseum mehrere Generationen österreichischer Sportgeschichte aufeinander.

„Ich finde es total wichtig, dass wir im Rahmen des Tag des Sports einen Teil der österreichischen Sportgeschichte sehen konnten. Sie gehört zur österreichischen Identität und sollte dementsprechend gewürdigt werden,“ zeigte sich Jukić-Berger nach der Premiere des Museums begeistert.

Nach dem Jubiläum ist vor dem nächsten Tag des Sports

Nach acht Stunden Sportprogramm endete um 18 Uhr eine Jubiläumsausgabe, die den Heldenplatz vom Vormittag bis zum letzten Programmpunkt in Bewegung hielt. Der nächste Termin steht bereits fest: Der Tag des Sports 2027 findet am 27. September statt.

„25 Jahre sind ein schöner Anlass, zurückzublicken. Der heutige Tag hat aber vor allem gezeigt, wie viel Energie im österreichischen Sport steckt und wie viele Menschen wir mit Bewegung erreichen können. Genau diese Begeisterung wollen wir mitnehmen und im kommenden Jahr fortsetzen“, so Schmidt.