Flag-Boom und Female Power

FlagFootball

Flag Football feiert 2028 sein olympisches Debüt – in Los Angeles werden in der aufstrebenden Sportart erstmals Olympia-Medaillen vergeben. Österreich zählt bei Damen und Herren zur absoluten Weltspitze. Nationalspielerin Karoline Kugler im Interview über Flag-Boom, Entwicklungspotenzial und Girl-Power.


Was macht die Faszination Flag Football für dich aus?


Die Mischung macht’s! Einerseits die Dynamik und Geschwindigkeit des Spiels. Schnell, flüssig und voller unerwarteter Wendungen. Das taktische Element. Neben Kraft und Athletik geht es auch um Köpfchen. Ein weiterer Punkt ist die Vielfalt der Positionen.


Weil für jede und jeden etwas dabei ist?


Genau. Ob Quarterback, Receiver oder Safety, Offensive oder Defensive – jeder hat eine entscheidende Rolle im Team. Man kann seine individuellen Stärken optimal einsetzen. Das macht Flag Football so vielfältig.


Woher kommt’s, dass Österreich im Flag Football eine Top-Nation ist?


Der Erfolg kommt nicht von ungefähr, ist das Ergebnis von harter Arbeit und Weitblick. Der AFBÖ hat früh die Weichen gestellt und gemeinsam mit den Vereinen eine gute Basis geschaffen. Es gibt starke Ligen, dazu wird ein großes Augenmerk auf die Ausbildung der Coaches gelegt. Das sichert die Qualität auf allen Ebenen.


Bis hinauf in die Nationalteams?


Absolut. Wir waren in den letzten Jahren immer unter den Top-4 bei Welt- und Europameisterschaften, zuletzt auch bei den World Games in Chengdu. Das ist für ein kleines Land wie Österreich nicht selbstverständlich.


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Wie sehr wirkt die Aufnahme ins Olympia-Programm für 2028 auf deinen Sport?


Sehr. Wir haben mehr Trainingslager, bekommen mehr Leistungen, zum Beispiel in der Betreuung durch Leistungssport Austria, mehr finanzielle Unterstützung, mehr Aufmerksamkeit. Das macht uns auf allen Ebenen besser und ist eine super Motivation.


 Was empfiehlst du Mädchen, die Flag Football ausprobieren möchten?


Traut euch! Schaut bei einem Probetraining vorbei. Es ist ein Sport, der Vielfalt feiert und jede Einzelne einzigartig macht. Und weil Flag Football kontaktlos ist, wird auch das Verletzungsrisiko minimiert. Es gibt keine Tackles, nur das Ziehen der Flags.


Wer mag, kann sich auch am Tag des Sports versuchen?


Wir werden jedenfalls vor Ort sein, stehen auch für Fragen zur Verfügung. Für uns ist es eine super Motivation, diesen Sport-Spirit am Heldenplatz aufzusaugen. In der Woche drauf geht es für uns zur EM – und da wollen wir uns eine Medaille holen!