Einen besseren und würdigeren Abschied hätte sich Stephanie Venier wohl nicht wünschen können. Die Super-G-Weltmeisterin von Saalbach wurde beim Tag des Sports auf der großen Bühne unter Sprechchören („Danke, Steffi“) endgültig in die Sport-Pension geschickt.
ENTSCHEIDUNG LANG GEREIFT
Und obwohl die Tirolerin das Bad in der Menge genoss, ist sie froh, keine aktive Sportlerin mehr zu sein. „Ich hatte schon länger Zeit, mit der Entscheidung klarzukommen. Ich hatte nur einen riesengroßen Respekt vor dem Gang in die Öffentlichkeit und war schon ziemlich nervös. Das Gute ist, dass ich es lassen durfte und nicht aufgrund einer Verletzung herausgerissen wurde. Ich habe die Entscheidung noch keine Minute bereut“, so Venier.
Die Entscheidung, die Karriere zu beenden, sei schon während der vergangenen Weltcup-Saison in ihr gereift. „Ich habe beim Finale in den USA gespürt, dass ich nicht mehr dort bin, wo ich eigentlich sein sollte. Ich habe aber mit keinem geredet, sondern wollte mir der Entscheidung zuerst selbst bewusstwerden.“
Auch der Weltmeistertitel von Saalbach und die bevorstehende Olympia-Saison konnte an ihrem Entschluss nichts mehr ändern. Auch wenn der WM-Titel in der Wahrnehmung Veniers schon einiges verändert hat. „Die Leute reden mich mittlerweile mit Weltmeisterin an – das ist schon sehr speziell und auch emotional. Den Titel werde ich nicht so schnell los. Aber das ist auch gut so. Es ist schön, wenn ich erkannt werde und für die Kinder ein Vorbild sein kann.“
HAASER WILL LEISTUNG BESTÄTIGEN
Ein Vorbild für die Kinder ist auch Raphael Haaser, der sich so wie Venier in Saalbach zum Weltmeister kürte. Anders als Venier ist Haaser aber noch längst nicht am Ende seiner Karriere. Der Tiroler will seine guten Leistungen im kommenden Winter bestätigen. Auch wenn er noch nicht an das große Saison-Highlight in Milano Cortina denken will.
„Olympia ist noch gar nicht im Hinterkopf und noch weit weg für mich. Bis dahin kann noch viel passieren und ich möchte nicht stur darauf hinarbeiten. Ich will von Rennen zu Rennen meine Leistungen bringen.“
Und wie lebt es sich als Weltmeister so? „Man wird öfter erkannt und hat den ein oder anderen Termin mehr. Aber solange alles im Rahmen bleibt, ist es eine sehr schöne Bestätigung dafür, dass man nicht alles falsch gemacht hat.“
„Habe noch keine Minute bereut!“