Beim Finale der Tour de Ski hat Teresa Stadlober am Sonntag mit einer sensationellen Leistung ein Stück österreichische Langlaufgeschichte geschrieben. Die Salzburgerin lieferte beim legendären Final Climb eine famose Vorstellung ab, kämpfte sich in beeindruckender Manier den berüchtigten Schlussanstieg hinauf und überquerte am Ende als hervorragende Vierte (+17,5 Sekunden) die Ziellinie.
Mit diesem weiteren Spitzenergebnis sorgte die 32-Jährige in der Tour-Gesamtwertung für ein historisches Resultat: Die Radstädterin musste sich im Endklassement der mehrtägigen Rennserie nur der siegreichen US-Amerikanerin Jessie Diggins geschlagen geben und belegte am Ende den großartigen zweiten Platz (+2:17,7 Minuten). Das Podest komplettierte die Norwegerin Heidi Weng (+2:31,6 Minuten).
Als Draufgabe durfte sich Teresa Stadlober auch noch über den Sieg in der Bergwertung freuen und rundete damit den österreichischen Erfolgstag ab.
Entfesselte Leistung
Teresa Stadlober erwischte beim Tour-Finale zunächst keinen optimalen Beginn und ging nach den ersten knapp acht Kilometern etwa auf Position 20 in den finalen Schlussanstieg. Auf den letzten zwei Kilometern bewies die Salzburgerin aber einmal mehr ihre hervorragenden Kletterqualitäten, arbeitete sich kontinuierlich nach vorne und war kurz vor dem Ziel plötzlich wieder mittendrin im Kampf um eine mögliche Podestplatzierung. Am Ende überquerte die Österreicherin völlig entkräftet mit einem Rückstand von lediglich 17,5 Sekunden die Ziellinie. Auf Platz drei fehlten Teresa Stadlober knapp drei Sekunden.
Der Tagessieg ging in souveräner Manier an die Norwegerin Karoline Simpson-Larsen, die sich mit einem Vorsprung von 8,8 Sekunden gegen die US-Amerikanerin Jessie Diggins durchsetzen konnte. Das Podest komplettierte die Norwegerin Heidi Weng (+14,4 Sekunden).
„Eine perfekte Woche“
„Es ist unglaublich, unbeschreiblich und einfach ein Wahnsinn! Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Es war von Beginn an so ein hektisches Rennen, ich bin zunächst überhaupt nicht in Schwung gekommen und habe am Anfang eigentlich nur Plätze verloren. Im Anstieg habe ich dann gewusst, dass ich voll kämpfen und alles geben muss. Ich konnte wieder Plätze gutmachen, und dann war auch die vorderste Gruppe wieder in Sichtweite. Ich wollte unbedingt wieder aufschließen und wusste auch, dass es in der Gesamtwertung extrem eng ist“, berichtete Stadlober.
„Ich hatte Gott sei Dank wieder unfassbar gutes Material und muss mich bei unserem Service-Team bedanken, das erneut super Arbeit geleistet hat. Für mich war es die absolut perfekte Woche. Ich habe im Vorfeld ein bisschen über die Tour geschimpft, und jetzt stehe ich hier mit dem zweiten Gesamtplatz, zwei Podestplätzen und dem Climbing-Trikot – unfassbar. Ich brauche, glaube ich, ein paar Tage, um das alles zu verarbeiten.“