Lobnig vor nächster Aufgabe in Linz

Lobnig vor nächster Aufgabe in Linz

Erstmals seit 1991 finden ab Samstag Ruder-Weltmeisterschaften aller Bootsklassen auf heimischen Boden statt. Schauplatz der Titelkämpfe ist Linz-Ottensheim, rund 2000 Athletinnen und Athleten aus 80 Nationen werden am Start sein – angefeuert von erwarteten 50.000 Zuschauern. Der Österreichische Ruderverband wird mit 28 Athleten in insgesamt 12 Bootsklassen vertreten sein. Die WM ist das unbestrittene Highlight der diesjährigen Saison, da dabei auch die ersten Quotenplätze für die Olympischen Sommerspiele 2020 vergeben werden.  

Als heißestes Eisen im Kampf um eine rot-weiß-rote WM-Medaille geht die Kärntnerin Magdalena Lobnig im olympischen Damen-Einer ins Rennen, die nach ihren zwei Bronzemedaillen bei den letzten Weltmeisterschaften auch 2019 wieder am Podium stehen und sich natürlich gleich auf Anhieb das Olympia-Ticket für Tokio sichern will.   

Lobnig musste ja krankheitsbedingt das abschließende ÖRV-Trainingscamp in Aiguebelette/FRA auslassen, bereitete sich unterdessen nach ärztlicher Freigabe in ihrer Heimat am Völkermarkter Stausee auf das Großereignis vor. „Ab letzten Donnerstag konnte ich wieder die ersten Einheiten im Boot absolvieren, nun zählt jeder Tag, jede Einheit, um formmäßig wieder dort anzuschließen, wo ich vor der Zwangspause war. Aber ich bin absolut guter Dinge, obwohl ich sicher die ersten Rennen brauchen werde, um wieder zu alter Stärke zu finden“, so die 29-Jährige.  

Nach Ottensheim reiste Lobnig Donnerstagfrüh an, bereits am Nachmittag stehen dann die ersten Trainingseinheiten auf dem Programm. In die sportlichen Wettkämpfe wird die Europameisterin von 2016 und Gesamtweltcupsiegerin von 2017 am Sonntag (ab 16:25 Uhr) mit dem Vorlauf im Damen-Einer (W1x) starten.    

Magdalena Lobnig über… 

…die Erwartungshaltung für die WM: „Die hat sich auch nach der Erkrankung nicht verändert. Ich möchte ins A-Finale einziehen, damit gleich das Olympia-Ticket absichern und dort dann um eine Medaille rudern. Der Weg bis ins Finale wird aber bereits ein hartes Stück Arbeit werden.“   

…die WM-Strecke in Linz-Ottensheim: „Kenne ich sehr gut, dort bin ich schon viele Rennen gefahren und habe schöne Erinnerungen daran – alleine nur, wenn ich an den 2. Platz beim Heim-Weltcup im letzten Jahr denke. In Ottensheim habe ich ja auch lange gelebt, über 4 Jahre, das ist also wie meine zweite Heimstrecke. Vom Charakteristikum her kann der Wind tückisch werden. Je nachdem von welcher Seite er kommt, sind manche Bahnen dann benachteiligt. Aber das sind äußere Einflüsse, auf die man erst kurz vor den Rennen reagieren kann.“   

…darauf wird es besonders ankommen: „Cool zu bleiben und die Nerven zu bewahren! Vor allem ich darf nicht zu sehr ins Grübeln kommen, andererseits darf man sich auch nicht zu sehr vom ganzen Drumherum ablenken lassen.“ 

…der Umgang mit dem Druck bei der Heim-WM: „Je näher die WM rückt, umso mehr Nervosität spüre ich in mir hochkommen, aber derzeit geht es noch in eine voll positive Richtung. Ich bin schon gespannt wie es sich vor Ort anfühlen wird. Sollte mir die Decke auf den Kopf fallen, dann habe ich eine liebe Freundin in Ottensheim. Ein paar Stunden bei ihr und ihren Kindern und ich komme wieder runter, das hat beim Heim-Weltcup letztes Jahr schon super geklappt. Auch meine Schwester Katharina wird ab Dienstag vor Ort sein. Ein gutes Umfeld mit guten Gesprächen ist extrem wichtig für mich und hilft enorm.“  

…die besondere Vorfreude auf: „Das ganze Spektakel vor Ort. Es wird definitiv eine Steigerung zum Weltcup werden, von der Kulisse, von der Stimmung, einfach von allem her. Wenn man im Boot sitzt bekommt man die Atmosphäre ja voll mit, das löst in einem schon was aus. Und ganz viele Freunde und Familienmitglieder reisen am Finalwochenende aus Kärnten an, das pusht natürlich zusätzlich und ist eine mentale Stütze.“ 

…die schärfsten Konkurrentinnen in der W1x-Klasse: „Die üblichen Verdächtigen hätte ich mal gesagt: Irland, Neuseeland, Schweiz, USA und Kanada. Es wird eine ganz enge Kiste mit spannenden, knappen Rennen geben, wo nur Nuancen zwischen Sieg und Niederlage entscheiden. Da kommt es schlussendlich auf die jeweilige Tagesverfassung, auf das Nervenkostüm und die Willensstärke an.“   

RUDER-WM in Linz Ottensheim – vorläufiger Zeitplan

Samstag, 24.8., 19:30 Uhr: Eröffnungsfeier 

Sonntag, 25.8., 9 – 17:30 Uhr: Vorläufe

Montag, 26.8., 10 – 16:45 Uhr: Vor-& Zwischenläufe

Dienstag, 27.8., 10 – 12:45 Uhr: Vor- & Zwischenläufe

Mittwoch, 28.8., 9:30 – 16:45 Uhr: Zwischenläufe, Viertelfinali & Semifinali

Donnerstag, 29.8., 10 – 17:15 Uhr: Semifinali & Finali F-D 

Freitag, 30.8., 9:30 – 16:00 Uhr: Semifinali & Finali B-A 

Samstag, 31.8., 9:30 – 15:30 Uhr: Finali G-A

Sonntag, 1.9., 10:30 – 15:00 Uhr: Finali C-A, danach Schlusszeremonie