Was 2001 mit 20 Ausstellungsständen und gerade einmal fünf Mitmachstationen begonnen hatte, war neun Jahre später kaum wiederzuerkennen. 2010 feierte der Tag des Sports sein zehnjähriges Jubiläum. Mehr als 100 Mitmachstationen, sämtliche Sport- und Dachverbände und Hunderttausende Besucher:innen machten die zehnte Ausgabe zu einem eindrucksvollen Beleg dafür, welche Entwicklung die Veranstaltung innerhalb eines Jahrzehnts genommen hatte.
Von Ski Alpin über Fußball bis hin zu zahlreichen Randsportarten präsentierte sich praktisch die gesamte Bandbreite des heimischen Sports. Wo bei der Premiere noch vergleichsweise überschaubares Treiben geherrscht hatte, war das Angebot mittlerweile fast grenzenlos. Autogrammstunden, Ehrungen, Showbühnen und Aktionsflächen reihten sich aneinander.
Die Stars geben sich die Ehre
Besonders lange Schlangen bildeten sich traditionell rund um Österreichs Wintersportstars. Marlies Schild und Benjamin Raich waren ebenso gefragt wie Gregor Schlierenzauer, Wolfgang Loitzl und Thomas Morgenstern. Auch die Nordischen Kombinierer Felix Gottwald und Mario Stecher mischten sich unter die Sportfans. Für einen besonderen olympischen Akzent sorgten Andreas und Wolfgang Linger: Die Rodel-Brüder hatten wenige Monate zuvor in Vancouver zum zweiten Mal in Folge Olympia-Gold gewonnen und wurden anlässlich des Tag des Sports sogar auf einer gemeinsamen Sonderbriefmarke verewigt.
Für einen der emotionalsten Momente sorgte allerdings eine Sommersportlerin. Nur zwei Tage zuvor hatte Mirna Jukić im Alter von 24 Jahren ihr Karriereende bekannt gegeben. Beim Tag des Sports blickte die Olympia-Dritte und mehrfache Europameisterin mit tausenden Fans noch einmal auf ihre einzigartige Karriere zurück. Auch bei ihrer Autogrammstunde war der Andrang enorm. Eine schöne Gelegenheit für viele Fans, sich persönlich von einer der erfolgreichsten österreichischen Schwimmerinnen zu verabschieden.
Und selbst ein voller Terminkalender war kein Hindernis: Tischtennis-Weltmeister Werner Schlager machte zwischen einem Champions-League-Einsatz am Freitag und seinem Abflug zum nächsten World-Tour-Turnier am Sonntag auf dem Heldenplatz Station. ÖFB-Teamchef Dietmar Constantini und U21-Teamchef Andreas Herzog sorgten wiederum dafür, dass auch die Fußballfans auf ihre Kosten kamen.
Von fünf auf über 100
Doch gerade zum Jubiläum zeigte sich, dass die Erfolgsgeschichte des Tag des Sports längst weit über die großen Namen hinausging. Mehr als 100 Mitmachstationen ermöglichten Begegnungen mit Sportarten, die sonst nur selten im Rampenlicht standen. Lacrosse, Grasski, Bob, Skibob oder Faustball standen dabei ganz selbstverständlich neben den großen Publikumsmagneten. Aus fünf Mitmachstationen bei der Premiere war innerhalb eines Jahrzehnts eine riesige Sportlandschaft mitten in Wien geworden.
Gleichzeitig richtete sich der Blick bereits auf die nächsten Höhepunkte. Die Volleyballer warben für die Heim-EM 2011, Innsbruck präsentierte die Olympischen Jugend-Winterspiele 2012.