Valentin Bontus arbeitet nach seinem im April erlittenen Kreuzbandriss mit Hochdruck an seinem Comeback. Woche für Woche vermeldet der Kitesurf-Olympiasieger kleine Fortschritte, die ihn jedes Mal ein Stückchen näher an sein großes Ziel bringen: Los Angeles 2028. Doch bis dahin ist noch ausreichend Zeit, aktuell stehen für Bontus Einheiten im Fitnessstudio und Fahrten mit dem Rennrad auf dem Programm. Gegen Ende des Jahres ist dann bereits die heiß ersehnte Rückkehr aufs Wasser geplant.
Dieses Szenario ist realistisch, da die Zeit unmittelbar nach der Verletzung und der bisherige Heilungsverlauf „optimal verlaufen“ seien, wie Bontus verrät. Am 13. April verletzte sich der Niederösterreicher schwer am linken Knie, nur wenige Stunden später erfolgte die erfolgreiche Operation in Hochrum, wo sich bereits Ski-Legenden wie Marcel Hirscher, Marco Schwarz oder auch Fußballstar David Alaba ihre Bänder flicken ließen.
Ass im Ärmel
Sofort konnte Bontus mit dem Reha-Programm beginnen, mit einem zusätzlichen Ass im Ärmel: Seine Freundin ist Physiotherapeutin. „Das ist natürlich eine optimale Voraussetzung für einen schnellen Heilungsverlauf“, meint der 24-Jährige. „Sie betreut mich fast täglich intensiv. Auch deswegen habe ich glücklicherweise nie starke Schmerzen verspürt.“
Unter der Anleitung seiner „besseren Hälfte“ verbringt Bontus derzeit viele Stunden im Fitnessstudio – Kraftübungen zur Stärkung der Stabilität des Knies stehen im Vordergrund – und auf dem Rennrad. Der bisherige Reha-Verlauf verleiht viel Zuversicht: „Viele wichtige Schritte auf dem Weg zurück habe ich schon hinter mir. Ich glaube, das Comeback rückt immer näher“, erklärt der Goldjunge von Paris.
Ein weiterer Vorteil im Reha-Prozess: Bontus weiß, wie man sowohl auf der physischen als auch auf der mentalen Ebene mit einer Verletzung dieses Schweregrades umzugehen hat. Vor fünf Jahren riss das Kreuzband im selben Knie bereits einmal. „Die Erfahrung hilft. Ich bin mir sicher, dass es dieses Mal schneller gehen wird.“

Ziel: Los Angeles
Das große Ziel hat der Kitesurfer auf dem Comeback-Weg stets im Blick: Die Olympischen Sommerspiele 2028 in Los Angeles. Bis dahin sind es noch drei Jahre, der Faktor Zeit spricht für Bontus. Eine Knieverletzung sei zwar immer „sehr beschwerlich und ungünstig“, der Zeitpunkt hätte aber durchaus schlimmer kommen können. Im Jahr 2024 wären ohnehin nicht allzu viele Wettkämpfe auf der Agenda des 24-Jährigen gestanden. Bitter sei dennoch, die Europa- und Weltmeisterschaft nur als Zuschauer verfolgen zu können.
Aber es ist Land in Sicht, oder im Falle von Bontus Wasser. Im November oder Dezember will der Niederösterreicher wieder über die Seen und Meere dieser Welt surfen. „Bis dahin sind es noch ein paar Monate. Wir werden dann schauen, wie weit ich bin, und ob ich noch Schmerzen habe oder nicht“, blickt Bontus voraus. Zuvor freuen wir uns aber, den Olympiasieger am 20. September am Tag des Sports am Wiener Heldenplatz begrüßen zu dürfen.