„Einmal unter dem Teamchef trainieren“: Dieser Wunsch wurde Mitte Juni im Rahmen der Teamchef-Tour zahlreichen Nachwuchskicker:innen im Alter von zehn bis 14 Jahren zuteil. Drei Tage lang tourte Österreichs Fußball-Nationaltrainer Ralf Rangnick gemeinsam mit seinem Co-Trainer Stefan Oesen, Konstantin Breuer und dem ehemaligen ÖFB-Verteidiger Martin Stranzl durch Kärnten, Tirol und Salzburg.
Die Übermittlung des ÖFB-Ausbildungskonzepts sowie Spaß und Freude am Spiel standen im Vordergrund der Aktion. Rangnick zog nach den absolvierten Übungseinheiten eine positive Bilanz: „Ich bin sehr zufrieden, es waren drei großartige Tage.“ Unterstützung erhielt der Teamchef bei den einzelnen Trainingseinheiten durch die Nachwuchs-Teamchefs Oliver Lederer, Martin Scherb und Hermann Stadler sowie Guido Burgstaller.
Zaungast Hütter: „Großes Kompliment“
Beim Training in Salzburg gehörte auch Monaco-Trainer Adi Hütter zu den über einhundert Zuschauern. Zuvor waren in Kärnten 500 und in Tirol 250 Interessierte gekommen. Zaungast Hütter sprach Rangnick jedenfalls ein „großes Kompliment“ aus. Es sei nicht selbstverständlich, als Teamchef in die Bundesländer zu gehen und das Konzept vorzustellen.
Das bereits angesprochene Konzept verfolgt laut Analyst Breuer das Ziel, „dynamische, mutige Kicker:innen“ hervorzubringen. „Das sind die Spieler und Spielerinnen, die uns im Nationalteam weiterhelfen und die Stadien füllen.“ Neben den fachlichen Inputs kam der Spaß am Fußball und an der Bewegung aber nie zu kurz. „Es ist wichtig, dass Kinder ihren natürlichen Bewegungsdrang ausleben können. Kein Kind kommt faul auf die Welt“, erklärte Rangnick.

Viele glückliche Gesichter
Nach drei intensiven Tagen endete die Teamchef-Tour mit vielen glücklichen Gesichtern. Für Rangnick war die Tour auch eine Reise in die Vergangenheit, wie er verriet: „Ich habe in meinem Trainerleben jede Altersstufe in ganz unterschiedlichen Leistungsstufen betreut. Was sich nicht geändert hat, ist die Begeisterung und die Motivation der Kinder. Auch jetzt, wenn man sich Trainingsformen beim Nationalteam anschaut, sind die Jungs ehrgeizig, sie wollen sich batteln und gewinnen.“
Etwas habe sich aber in den letzten Jahren doch verändert, sagte Rangnick mit einem Schmunzeln: „Was mehr geworden ist, sind die Selfies, die gab es damals noch nicht. Aber auch das macht man für die strahlenden Kinderaugen natürlich sehr gern.“ Und wer weiß: Vielleicht kreuzen sich die Wege eines Nachwuchstalentes und jene des Fußball-Professors Rangnick im Profigeschäft eines Tages wieder.